Grüne Mode ist definitiv ihren Preis wert und dennoch für manchen Geldbeutel zu teuer. Ist es dann in Ordnung, preiswertere Grüne Mode von großen Herstellern zu kaufen?

Vorab lade ich Euch ein, meine Fragen wirken zu lassen und dann zu Eurer, ganz persönlichen Antwort zu kommen. Meine Antworten seht Ihr direkt unter den Fragen.

Will ich Gründe dafür finden oder will ich Gründe dagegen finden?
Ich will Gründe dafür finden, denn das „Gegen Etwas oder Jemand zu Sein“ passt nicht zu meiner Lebensphilosophie. Das, worauf ich meinen Fokus richte, verstärkt sich. Das Positive, wie auch das Negative. Ich will meinen Fokus auf die positiven Dinge richten, denn damit verstärke ich sie.

Bewirke ich etwas bei den großen Unternehmen, wenn ich nichts bei ihnen kaufe oder bewirke ich etwas, wenn ich ausschließlich ihre Grüne Mode bei ihnen kaufe?
Ich bin absolut davon überzeugt, dass wir als Konsumenten eine sehr große Macht haben. Unser wirkungsvollstes Machtinstrument ist der Geldschein. Der Geldschein ist für mich der einzig wahre Wahlschein. Die „Großen“ grundsätzlich abzulehnen, fühlt sich für mich nicht richtig an. Ich finde es für mich richtig, jeden auf seinem Weg zu unterstützen, egal wie klein die (ersten) Schritte sind.
Ich finde es wichtig, sich vorab umfassend zu informieren und danach eine bewusste Kaufentscheidung zu treffen.

Wie ist die richtige Bezeichnung für „diese“ Mode?
Bio-Mode?
Öko-Mode?
Grüne Mode?
Korrekte Mode?
Naturmode?
Nachhaltige Mode?
Mir gefällt die Bezeichnung Grüne Mode am Besten.

Welche Kriterien sind wichtig für Grüne Mode?
Dazu nehme ich gern wieder die Kriterien als Maßstab, die der Avocadostore verwendet.
Rohstoffe aus Bioanbau
Fair & Sozial
Haltbar
Recycelt & Recyclebar
Made in Germany
CO₂-Sparend
Ressourcenschonend
Schadstoffreduzierte Herstellung
Cradle to Cradle
Vegan

Welche Zertifizierungen & Siegel gibt es für Grüne Mode?
GOTS
IVN
Fair Wear Foundation
Bluesign
Oeko-Tex

Welche Informationen finde ich direkt über die Herstellerseiten?
H&M Conscious
C&A
Tchibo

Welche Informationen finde ich im Internet?
Auf Utopia habe ich folgende Artikel dazu entdeckt:
Biobaumwolle zu Discounter-Preisen – mehr Schein als Sein?
Giftfreie Kleidung: Greenpeace lobt H&M und Co.

Bei Greenpeace habe ich diesen Artikel entdeckt:
Tchibo: Trendsetter mit Detox

Bei Ökotest steht folgendes dazu:
Ist auf Organic-Cotton-Label bei Bekleidung Verlass?

Woran erkenne ich die Grüne Mode bei C&A, Tchibo und H&M?
C&A – Papieretikett, wo Organic Cotton drauf steht
Tchibo – auf der Verpackung und im Etikett steht Biobaumwolle (ökologisch angebaute Baumwolle)
H&M – an einem Papieretikett, wo Organic Cotton drauf steht. Zum Teil ist auch ein Druck in den Sachen.

Was sagen die Hersteller selber?
Dazu habe ich wieder eine E-Mail-Anfrage gestartet und veröffentliche die Antworten, sobald ich sie habe.

Frage Claudia:
Guten Tag liebes …-Team,

in meinem Blog claudiagaertner.wordpress.com schreibe ich einen Beitrag zum Thema – Grüne Mode von C&A, Tchibo und H&M?

Meine Kriterien für Grüne Mode sind folgende:

Rohstoffe aus Bioanbau
Fair & Sozial
Haltbar
Recycelt & Recyclebar
Made in Germany
CO₂-Sparend
Ressourcenschonend
Schadstoffreduzierte Herstellung
Cradle to Cradle
Vegan

Welche Kriterien oder vielleicht sogar zusätzliche Kriterien erfüllen Ihre Grüne Mode und Ihr Unternehmen?

Darf ich Ihre Antwort in meinem Blog veröffentlichen?

Sonnige Grüße aus Dresden

Claudia Gärtner

Antwort von C&A 03.07.2015
Sehr geehrte Frau Gärtner,

vielen Dank für Ihre E-Mail zum Thema Grüne Mode.

Alle von C&A angebotenen BioCotton-Produkte sind aus 100% Biobaumwolle – und nie eine Mischung. Unsere Biobaumwoll-Textilien, die zu 20 Prozent nach dem Global Organic Textile Standard (GOTS) und zu 80 Prozent nach dem Organic Content Standard (OCS) zertifiziert sind, sind für unsere Kunden einheitlich und klar ersichtlich mit unserem Bio Cotton-Siegel ausgezeichnet. Darüber hinaus haben wir mit unserer Frühjahrs-Kollektion die neue Baby-Linie aus unserer Bio Cotton-Kollektion zusätzlich mit einem GOTS-Siegel sichtbar für den Konsumenten ausgezeichnet und kommuniziert.

Zudem erfährt unser Nachhaltigkeitsengagement externe Bestätigung: Unser Bio Cotton-Siegel wurde von Label Online als besonders empfehlenswert eingestuft und C&A von Siegelklarheit.de, einem Verbraucherportal der Bundesregierung, gelistet. Außerdem wurden wir u. a. für unser Nachhaltigkeitsengagement von Rank-a-Brand, von der Verbraucher Initiative oder wie in der Vergangenheit mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Selbst Greenpeace hat C&A erst kürzlich als Detox-Pionier bei der Beseitigung gefährlicher Chemikalien bezeichnet. Gegenwärtig steht C&A darüber hinaus im aktuellen „Organic Cotton Market Report“ von Textile Exchange an der Spitze bei der Verwendung von zertifizierter Biobaumwolle. C&A hat im Geschäftsjahr 2014 mehr als 46.000 Tonnen zertifizierte Biobaumwolle verarbeitet, so viel wie kein anderer Textilhändler weltweit und mehr als 130 Millionen Biobaumwollprodukte verkauft. Das entspricht einem Anteil von 40 Prozent am gesamten C&A-Baumwollumsatz und zeigt die hohe Relevanz von nachhaltig produzierten Produkten.

Zu Ihrer Frage, welche Kriterien unsere grüne Mode – also bezogen auf unsere BioCotton-Produkte – erfüllen, können wir Ihnen folgende nennen: Rohstoffe aus Bioanbau, Fair & Sozial, Haltbar, CO₂-Sparend Ressourcenschonend, Schadstoffreduzierte Herstellung. Außerdem wird unsere Biobaumwolle Wassersparend angebaut. Hierzu finden Sie weiter Informationen auf unserer Internetseite zum Thema Biobaumwolle:
http://www.c-and-a.com/uk/en/corporate/company/sustainability/products/bio-cotton/

Mit freundlichen Grüßen
Ihr C&A Online Shop

Antwort von H&M 08.07.2015
Liebe Frau Gärtner,

vielen Dank für Ihre E-Mail und Ihr Interesse an unserer unternehmerischen Verantwortung.
„Mode und Qualität zum besten Preis auf nachhaltige Weise“ ist unsere gelebte Unternehmensphilosophie. Daher setzen wir uns schon seit vielen Jahren aktiv für eine bessere Zukunft der Mode ein. Dies tun wir auf ganz vielfältige Art und Weise, zusammengefasst unter dem Überbegriff H&M Conscious.

Nachhaltigkeit ist in all unserem Handeln integriert und auf sieben Selbstverpflichtungen aufgebaut: Mode für bewusste Konsumenten anbieten, Verantwortungsbewusste Partner auswählen und prämieren, Ethisch handeln, Klimaschonend handeln, Reduzieren, wiederverwenden, recyceln, Verantwortlicher Umgang mit natürlichen Ressourcen und die Gesellschaft unterstützen. Hinter jeder dieser Selbstverpflichtungen stehen hunderte Conscious Actions, zu denen Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht sowie auf hm.com stets aktuelle Informationen finden.

Gerne möchte ich auf Ihre persönlichen Kriterien näher eingehen:

Wir haben uns ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis 2020 möchten wir all unsere Baumwolle aus nachhaltigeren Quellen beziehen. Diese Quellen sind Bio-Baumwolle, Baumwolle aus der BCI und recycelte Baumwolle. H&M gehört seit Jahren zu den größten Abnehmern von Bio-Baumwolle weltweit. Wir verwenden Bio-Baumwolle, weil sie ohne chemische Pestizide und Kunstdünger angebaut wird und keine gentechnisch veränderten Fasern enthält. Aber wir beziehen auch Baumwolle aus der Better Cotton Initiative (BCI), da sie weniger Wasser und Chemikalien als herkömmliche Baumwolle benötigt und die Existenzgrundlage der Baumwollproduzenten verbessert. Außerdem arbeiten wir stetig daran, den Anteil recycelter Baumwolle in unserer Kleidung zu erhöhen und investieren dafür in neue Technologien und Forschungen. Ein Beispiel hierfür ist auch unsere jüngste Zusammenarbeit mit dem Start-up Unternehmen Worn Again und der Luxus-, Sport- und Lifestyle-Gruppe Kering.

Wir möchten ethisch handeln, das bedeutet, fair und sozial gegenüber all unseren Kollegen und überall dort, wo unsere Geschäftstätigkeit Einfluss hat. In unseren Teams orientieren wir uns daher immer an unseren klaren Werten. Auch in unseren Produktionsländern arbeiten wir aktiv an besseren Arbeitsbedingungen. Hierfür setzen wir unter anderem auf langjährige Zusammenarbeit mit unseren Partnern vor Ort. All unsere Lieferanten müssen unseren Verhaltenskodex unterzeichnen, in dem unsere Richtlinien in Hinblick auf den Schutz der Umwelt und soziale Gerechtigkeit klar zusammenfasst sind. Unser Einsatz auf diesem Gebiet wurde erst im März dieses Jahres wieder mit einem Award von Ethisphere® anerkannt. Das weltweit führende Forschungsinstitut zur Förderung der besten Praktiken in der Unternehmensethik und –führung zeichnete H&M als eines der ethischsten Unternehmen der Welt aus.

Wir bieten Mode für bewusste Kunden an. Dadurch unterstützen wir unsere Kunden, ihr Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu schärfen und selbst aktiv zu werden. Die CO2-Bilanz eines Kleidungsstückes ergibt sich zum Beispiel nicht nur aus der Produktion, sondern auch zu großen Teilen aus der späteren Nutzung, Waschen, Trocknen und Bügeln. Unsere Kleidungsstücke sind daher mit dem Clevercare-Symbol mit wertvollen Tipps für eine längere Lebensdauer der Kleidung ausgestattet. Allein das Waschen bei 30 anstatt bei 60 Grad vermindert den Energieverbrauch um die Hälfte.

Die Lebensphase eines Kleidungsstücks zu verlängern, ist ein wichtiger Aspekt in unserer Nachhaltigkeitsarbeit. Wir denken diesen Ansatz sogar noch weiter und arbeiten daran, den textilen Kreislauf vollständig zu schließen: vom Design, über die Produktion bis hin zur Weiterverwertung. Indem wir es ermöglichen, Altkleidern neues Leben zu schenken, können wir dazu beitragen, dass weniger natürliche Ressourcen für die Produktion von neuer Kleidung benötigt werden. Bereits 2013 haben wir mit unserer Initiative „Kleidung sammeln bei H&M“ begonnen – damit waren wir das erste Unternehmen dieser Größenordnung weltweit, das eine Initiative zur Rücknahme alter Kleidung anbietet. Mittlerweile können Kunden deutschlandweit in all unseren Geschäften Altkleider zurückbringen, unabhängig von Zustand und Marke. Im Zuge der Initiative konnten allein im Jahr 2014 weltweit 7,684 Tonnen Altkleider gesammelt werden. Das entspricht einer Menge von rund 38 Millionen T-Shirts.

Im Februar 2014 hat H&M die ersten Produkte, die aus recycelten Textilfasern von Altkleidung der Initiative „Kleidung sammeln bei H&M“ hergestellt wurden, gelauncht. Die Jeans-Kollektion enthielt 20% recycelte Baumwolle. Dies ist die maximale Menge, die heute verwendet werden kann, wenn man keinen Kompromiss bei der Qualität eingehen möchte. Unser Ziel ist es jedoch, in Zukunft immer mehr Material aus Altkleidern zu verwenden, daher investieren wir in neue Technologien, um diesen Anteil ohne Qualitätsverlust zu erhöhen.

Unsere Mode wird nicht in Deutschland produziert. Dies ist für uns kein Kriterium, das unseren Leitlinien zum Thema Nachhaltigkeit widerspricht. Wir sind ein global agierendes Modeunternehmen und unsere Produkte werden in vielen verschiedenen Ländern auf der ganzen Welt hergestellt. H&M hat keine eigenen Fabriken. Stattdessen arbeiten wir mit rund 900 Herstellern und 1.900 Fabriken zusammen. In unseren Einkaufsmärkten arbeiten rund 2.000 Mitarbeiten in unseren Produktionsbüros. Diese Präsenz vor Ort gibt uns nicht nur die Möglichkeit, die Einhaltung unserer Verhaltenskodexes regelmäßig mit in der Regel unangekündigten Audits zu prüfen, sondern auch über die reine Überwachung hinauszugehen und die Beschäftigten vor Ort zu schulen und zu stärken. Im Zuge dessen eröffnete H&M im vergangenen Dezember in Zusammenarbeit mit der ILO und der schwedischen Agentur für Entwicklungsarbeit (SIDA) in Dhaka das erste Schulungszentrum für die Bekleidungsindustrie Bangladesch.

Wir sind uns unserer Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft bewusst. Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Wir arbeiten daher entlang unserer kompletten Lieferkette an klimaschonenden und umweltfreundlichen Lösungen. So stammen schon jetzt 27% des von uns verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energiequellen. Das Ziel ist es, noch in diesem Jahr, wo immer es möglich ist, nur noch Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu nutzen. Seit 2013 haben wir den CO2-Ausstoß pro Quadratmeter in unseren Geschäften um 14 % verringert. Das bringt uns dem von Klimaforschern geforderte Ziel näher, dass die globale Erwärmung um höchstens 2 °C steigt.

In unserem Sortiment sind Lederprodukte enthalten – etwa bei Schuhe, Taschen oder Jacken. Wir arbeiten mit strengen Standards hinsichtlich Erzeugnissen tierischen Ursprungs. Das bedeutet unter anderem, dass wir keinen Echtpelz anbieten und auch keine Daunen oder Federn von lebend gerupften oder zwangsernährten Vögeln beziehen. Ebenso gibt es bei uns kein Haar von Angorakaninchen oder Wolle von Farmen, die Mulesing praktizieren. Wenn wir Leder für unsere Produkte verwenden, stammt dieses ausschließlich von Tieren, die zur Fleischproduktion gehalten werden. Auch bei unseren Kosmetikprodukten ist uns der Tierschutz sehr wichtig – unsere Kosmetikprodukte werden daher nicht an Tieren getestet.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen Überblick über unsere Nachhaltigkeitsarbeit zu den von Ihnen gefragten Aspekten geben. Wie eingangs schon erwähnt, finden Sie online noch viele weitere Informationen.

Gerne dürfen Sie unsere Antwort auf Ihrem Blog veröffentlichen. Könnten Sie uns bitte den Link schicken, wenn der Artikel online ist?
Sollten sich weitere Fragen für Sie ergeben, melden Sie sich gerne.

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Tchibo 20.07.2015
Liebe Frau Gärtner,

vielen Dank für Ihre Mail und Ihr Interesse an unserem Engagement für Grüne Mode. Gern gebe ich Ihnen nähere Informationen hierzu. Zusätzliche, ausführliche Informationen zu unserem Nachhaltigkeitsengagement finden Sie insbesondere in unserem Nachhaltigkeitsbericht unter http://www.tchibo-nachhaltigkeit.de sowie im Tchibo Blog unter http://www.blog.tchibo.de.

Nachhaltigkeit ist bei Tchibo in die Geschäftsstrategie integriert. Das heißt, wir haben das Ziel einer 100% nachhaltigen Geschäftstätigkeit. Bei der Verfolgung dieses Ziels orientieren wir uns u.a. an dem Leitbild „Nachhaltige Entwicklung“ der Vereinten Nationen. Für diesen Weg und das jeweils Erreichte wurden wir unter anderem mit dem Preis für Unternehmensethik (2012) und dem CSR-Preis der Bundesregierung (2013) ausgezeichnet. Diese externe Anerkennung hat uns in unserem Handeln weiter bestärkt.

Wie wir bei Tchibo konkret Nachhaltigkeitsaspekte integrieren möchte ich kurz am Beispiel unserer Textilsortimente erläutern. Bei diesen ist Baumwolle die wichtigste verwendete natürliche Faser und daher ein Schwerpunkt unseres Engagements.

Produktdesign (Recycelt und Recycelbar, Haltbar, Cradle to Cradle, Vegan)
Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Bestandteil unserer Produktqualität. Schon bei dem Design und der Spezifikation der für uns gefertigten Produkte berücksichtigen wir daher Umwelt- und Sozialaspekte um unerwünschte Auswirkungen zu reduzieren. Diese komplexe Aufgabe steuern wir mit dem speziell dafür von uns entwickelten Managementtool UmweltPlus: Es umfasst unter anderem Anforderungen zur Recycelbarkeit und Haltbarkeit, zur ressourceneffizienten Produktgestaltung und zur möglichen Verwendung von Recyclingmaterial. Das Ziel sogenannter Cradle to Cradle- Textilien ist zwar anspruchsvoll, aber wir arbeiten daran und sind zuversichtlich, dort in naher Zukunft Erfolge erzielen zu können. Nähere Informationen zu UmweltPlus finden Sie unter http://www.tchibo-nachhaltigkeit.de

Der Tierschutz ist für uns ebenfalls sehr wichtig: Wir sind Mitglied der Initiative „Fur-Free-Retailer“, die sich für den Ausschluss von Echtpelz einsetzt. Seit Anfang 2015 verkaufen wir keine Produkte aus Angorawolle mehr und schließen seit Jahren Daunen und Federn aus Lebendrupf in unseren Produkten aus. Weiterhin beziehen wir keine Merinowolle aus Australien, da wir die dort übliche Praxis des Mulesing nicht akzeptieren. Wo möglich bieten wir pflanzliche oder synthetische Alternativen an. Unser Engagement für Tierschutz werden wir auch zukünftig weiter ausbauen. Das bedeutet auch, dass wir momentan prüfen, ob und wie wir unseren Kunden gezielt vegane Mode anbieten können.

Rohstoffe aus Bioanbau (Bio-Baumwolle)
Im Bereich nachhaltiger Baumwolle setzen wir insbesondere auf die Bio-Baumwollsiegel der gemeinnützigen Organisation Textile Exchange. Zusätzlich verwenden wir Cotton made in Africa nach den Standards der Aid by Trade Foundation sowie im geringen Anteil Baumwolle der Better Cotton Initiative (BCI). Unser Ziel: schnellstmöglich 100% Baumwolle aus nachhaltigen Quellen zu verwenden. Bereits heute haben wir so einen Anteil von 80% nachhaltiger Baumwolltextilien erreicht, wobei der Großteil aus Bio-Baumwolle ist. Laut Marktreport von Textile Exchange sind wir mit gut 6000 Tonnen eingesetzter Bio-Baumwolle auf Platz 3 der weltweiten Anbieter.
Darüber hinaus sind wir seit vergangenem Jahr GOTS-zertifiziert und bereiten momentan die ersten entsprechenden Sortimente vor.

Produktion (Fair und Sozial, Made in Germany, CO2-sparend, Schadstoffreduzierte Herstellung
Unsere Produkte werden, wie die vieler anderer Hersteller auch, zum großen Teil in Entwicklungs- und Schwellenländern produziert. Daraus erwächst eine besondere Verantwortung für umwelt- und sozialgerechte Produktionsbedingungen, die wir auf vielfältige Art und Weise wahrnehmen. Hier einige besonders wichtige Bausteine unseres Engagements:
Sozialaspekte in der Produktion

Im Rahmen unseres ganzheitlichen Lieferantenmanagements bauen wir mit sorgfältig ausgewählten Produzenten langfristige Geschäftsbeziehungen auf. In diesem Rahmen qualifizieren wir die Produzenten über das von uns gemeinsam mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) erarbeitete Programm WE (Worldwide Enhancement of Social Quality, http://www.we-socialquality.com ). Das Programm beruht auf einem moderierten Dialog zwischen Arbeitnehmervertretern und Management der Produktionsstätten, der eine zielorientierte gemeinsame Bearbeitung von Herausforderungen vor Ort ermöglicht, wie zum Beispiel Überstunden oder Arbeitssicherheit. Wir wissen jedoch, dass Themen wie existenzsichernde Löhne oder Gewerkschaftsfreiheit nicht auf der Ebene einzelner Produktionsstätten gelöst werden können. Daher engagieren wir uns zusätzlich in einer Reihe übergeordneter Initiativen, in denen durch die Zusammenarbeit verschiedener gesellschaftlicher Gruppen Lösungen für diese und weitere übergeordnete Themen erarbeitet werden. Dies sind unter anderem:

• Das deutsche Bündnis für Nachhaltige Textilien
• Die Initiative ACCORD für Gebäudesicherheit in Bangladesch, dem wir als weltweit zweites Unternehmen beigetreten sind
• Die Ethical Trading Initiative ETI
• Social Accountability International (SAI)

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.tchibo-nachhaltigkeit.de oder auch im Tchibo Blog, z.B. unter http://blog.tchibo.com/aktuell/unternehmen/wo-kommen-die-tchibo-produkte-eigentlich-her/

Umweltaspekte in der Produktion
Auch Klimaschutz ist uns ein wichtiges Anliegen, und die Verringerung von Energieverbräuchen ist eine wesentliche Maßnahme zur Minderung der Treibhausgasemissionen. Daher sind wir eines der Gründungsmitglieder der Initiative „Carbon Performance Improvement Initiative“ (CPI2, http://www.cpi2.org). CPI2 hat ein Online-Tool entwickelt, das auf sehr effiziente Art Produktionsstätten dabei unterstützt, ihre Energieverbräuche zu reduzieren. Anfang 2015 wurde das Tool um Module zu Wasser- und Chemikalienmanagement ergänzt.
Ende 2014 haben wir uns darüber hinaus dem Detox-Commitment von Greenpeace angeschlossen. Wir arbeiten bereits seit mehreren Jahren intensiv daran, unerwünschte Chemikalien aus unseren Produkten und ihren Wertschöpfungsketten auszuschließen. So haben wir 2013 die sogenannten PFCs wie zum Beispiel Teflon aus unseren Textilsortimenten ausgeschlossen und nutzen heute strukturelle Ausrüstungen als Wasserschutz für unsere Regenkleidung. In den kommenden Jahren bis 2020 wollen wir alle weiteren bedenklichen Chemikalien aus der Produktion unserer Textilien ausschließen und durch „grüne“ Chemikalien ersetzen. Ein ambitionierter Plan, den wir mit aller Kraft angehen.

Transporte/Logistik (CO2 sparend)
Bereits 2007 haben wir als eines der ersten deutschen Handelsunternehmen mit Unterstützung der Technischen Universität Hamburg Harburg und des Bundesumweltministeriums eine Bilanzierung der transportbedingen CO2 Emissionen vorgenommen. Auf dieser Basis hatten wir uns vorgenommen, diese Emissionen bis 2015 um 30% zu reduzieren. Dieses Ziel haben wir bereits 2012 erreicht und seitdem jedes Jahr bestätigt. Daher verabschieden wir momentan weitere ambitionierte Ziele bis 2020.

Recycling (Recycelbar und Recycling)
Wir können trotz aller sorgfältigen Planung nicht immer alle Produkte verkaufen, und manchmal kommen auch gebrauchte Produkte von unseren Kunden zurück. Damit die Wertstoffe in diesen Produkten möglichst gut weitergenutzt werden, haben wir mit unseren Recyclingpartnern ein System entwickelt, das eine bestmögliche Wiederverwertung ermöglicht. Für die Zukunft haben wir noch zahlreiche weitere Maßnahmen geplant.

Liebe Frau Gärtner, ich hoffe, Ihnen und den Leserinnen und Lesern Ihres Blogs mit dieser Darstellung einen guten ersten Überblick über unser Engagement allgemein und für Grüne Mode im Besonderen gegeben zu haben.

Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Viele Grüße aus Hamburg sendet Ihnen

Stefan Dierks

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